EPA ist auf Ihre Bedürfnisse ausgerichtet.

Wie kam es zur Entwicklung des Europäischen Praxisassessments?

Das Europäische Praxisassessment wurde im Jahr 2000 von einer Gruppe von Qualitätsexperten aus dem hausärztlichen Arbeitsbereich gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung als Projekt ins Leben gerufen. Hintergrund waren die seit einigen Jahren in mehreren Ländern erfolgreich eingesetzten Programme zur Qualitätsförderung und Professionalisierung in der Allgemeinmedizin. Als wegweisend erwies sich dabei neben Modellen aus Australien und Kanada das holländische „Visitatie" oder „Visit-in-Practice" Modell von van den Hombergh et al. Dieses Konzept wurde inzwischen umfassend evaluiert und wird auch in einer Analyse des ÄZQ (ÄZQ 2003) besonders positiv hervorgehoben. 

 

Die Entwicklung der Indikatoren von EPA erfolgte nach wissenschaftlich fundierten Methoden (z. B. Delphi Rating) in einem mehrstufigen Prozess. Unter der Leitung von Prof. R. Grol vom Centre for Quality of Care Research (WOK), Nijmegen, NL, beteiligten sich die folgenden Institutionen an der Entwicklung und Pilotierung:

 

  • Austrian Medical Association, Wien (A)
  • Wetenschappelijke Vereinigung van Vlaamse Huisartsen – Berchem (BE)
  • SwissPEP – Institut, Gümligen (CH)
  • AQUA-Institut, Göttingen und Abteilungen Allgemeinmedizin Heidelberg und Frankfurt (D)
  • Société Francaise de Thérapeutique du Généraliste, Paris (F)
  • National Primary Care R&D Centre – Manchester / University of Wales (GB)
  • Family Medicine Department, Haifa (IL) University Ljubljana (SLO)

 

Die ersten Ergebnisse wurden im Frühjahr 2004 auf einem internationalen Workshop diskutiert. Die Resultate einer internationalen Länder- Vergleichsstudie wurden im Januar 2005 in Berlin einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Parallel zu diesen internationalen Aktivitäten wurde die Entwicklung von EPA in Deutschland durch das AQUA-Institut soweit vorangetrieben, dass im Sommer 2004 mit der Breitenimplementierung begonnen werden konnte. 

Entwicklungszeiträume

Jahr  
Projektphase
  2001   2002   2003   2004   2005
Analyse vorhandener QM-Systeme
(VIP; RACGP; CQI; NewZ)
Indikatorenentwicklung
(Delphi-Rating)
Operationalisierung der Indikatoren
Prä-Pilot-Studie
(27 Praxen aus 9 Ländern)
Evaluation Prä-Pilot-Studie
Pilot-Studie
(273 Praxen aus 9 Ländern)
Evaluation Pilot-Studie
Veröffentlichung der Systeme
(Internationaler Workshop Berlin)

Die Entwicklung der EPA-Systeme (facharztspezifische Varianten)

Nach den positiven Erfahrungen mit EPA für Hausärzte wurde durch Arbeitsgruppen aus Experten der jeweiligen Professionen EPA auch für Kinder- und Jugendmediziner sowie für weitere ärztliche Fachgebiete entwickelt.

 
EPA-System Initiator der Entwicklung seit
EPA-Hausarzt TOPAS-Europe 2004
EPA-Zahnmedizin TOPAS-Germany; Akademie für Zahnärztliche Fortbildung, Karlsruhe 2005
EPA-Kinder- & Jugendmedizin TOPAS-Germany; Kinder-/Jugendmedizinischer Qualitätszirkel Gütersloh 2005
EPA-Facharzt
(inkl. Zuweiserbefragung)
TOPAS-Germany; Ärztliche Qualitätsgemeinschaft Ried e. V. 2006

 

Die Indikatoren und Items des EPA-Grundmodells wurden auf ihre Anwendbarkeit im kinder-, fachärztlichen und psychotherapeutischen Bereich hin untersucht bzw. um weitere Instrumente ergänzt, um den unterschiedlichen Fachgebieten gerecht zu werden. So wird z. B. in kinder- und jugendmedizinischen Praxen eine spezielle Patientenbefragung für Kinder und Jugendliche bzw. Begleitpersonen durchgeführt. In psychotherapeutischen und fachärztlichen Praxen, für die die interdisziplinäre Kommunikation von herausragender Bedeutung ist, wird eine Befragung zuweisender Kollegen durchgeführt. Die Umsetzbarkeit und Relevanz der Modelle wurde in zwei Pilotstudien bestätigt.