EPA-Schweiz Studie

EPA: Qualitätsmanagement macht Schweizer Arztpraxen messbar besser

Göttingen, 28. April 2015, Eine Langzeitstudie der Universitätsklinik Heidelberg untersuchte den Einfluss des Qualitätsmanagementsystems EPA (Europäisches Praxisassessment) auf die Qualität in Schweizer Arztpraxen. Es zeigte sich, dass die Praxen sich nach der Durchführung von EPA in einer Reihe von Punkten signifikant verbessert haben. Die Studienergebnisse wurden im April im British Medical Journal Open (BMJ Open) veröffentlicht.

 

Es nahmen 45 Arztpraxen an der Studie teil, bei der verschiedene Qualitätsaspekte betrachtet wurden. Ausgangspunkt war die Einführung von EPA in den Praxen und die Entwicklung der qualitätsrelevanten Messpunkte nach zwei weiteren Zertifizierungen. Die Studie umfasste einen Zeitraum von 2005 bis 2013.

 

Die größten Qualitätssprünge wurden in den Bereichen „Beschwerdemanagement" (Verbesserung um 32,6 Prozent), „Prävention" (22,9 Prozent) und „Finanzplanung" (20,1 Prozent) verzeichnet. Über alle Indikatoren haben sich die Praxen um 11,3 Prozent verbessert.

 

Die Heidelberger Studie untersuchte die Qualitätsentwicklung der Schweizer Praxen anhand von 129 Indikatoren. Wird ein Indikator zu 100 Prozent erfüllt, dann gilt ein Qualitätsziel als erreicht. Die Indikatoren sind in die vier Bereiche (Domänen) Qualität und Sicherheit, Infrastruktur, Informationen und Finanzen aufgeteilt.

 

In der Schweiz wird EPA von der EQUAM-Stiftung betreut. In Deutschland ist das AQUA-Institut verantwortlicher Ansprechpartner. Die Zertifizierung erfolgt dann über die Stiftung Praxissiegel.

 

Deutsche Praxen, die EPA für sich nutzen möchten, können finanzielle Fördermittel der Europäischen Union beantragen. Diese betragen 50 Prozent (alte Bundesländer) bzw. 75 Prozent (neue Bundesländer) der Nettokosten für EPA. Nach aktueller Gesetzeslage endet die Förderung allerdings mit Ablauf des Jahres 2015. Ob die Förderung danach fortgeführt wird, ist derzeit noch unklar.

Vollständiger Artikel 2015-04-28 EPA-Studie_Schweiz.pdf

Download der Pressemitteilung

 
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